Ausgehend von meinem Streetphotography Projekt „On the Streets“ entwickelte sich Anfang 2015 die Idee für ein „Movement Research-Projekt“ das sich mit den bewussten und unbewussten Beziehungen der Menschen untereinander im öffentlichen Raum beschäftigt.Von Beobachtungen an mir selbst ausgehend, wurde mir mein teilweise absurdes Verhalten im Alltag im öffentlichen Raum klar. Meine Gedanken schwanken oft zwischen „Warum geht sie nicht schneller?“ „Warum ist er so hektisch und rempelt mich an?“ je nach dem in welcher Situation ich mich befinde. Dabei werden die anderen Menschen oft gar nicht als eigenständige Individuen angesehen, sondern immer in Bezug zu mir selbst gestellt. Gerade bei diesem Prozess (wir Menschen neigen vor allem in der heutigen Gesellschaft dazu immer selbstbezogener und egozentrischer zu werden) arbeiten wir oft mit vielen Vorurteilen und Fehlinterpretationen des Verhaltens anderer Menschen. Da sind Missverständnisse vorprogrammiert.

Inspiriert wurde ich von verschiedenen philosophischen und künstlerischen Richtungen:

“Die Hölle, das sind die anderen.” -Sartre, Geschlossene Gesellschaft

„Die Grundlage der Idee einer Sozialen Plastik ist der Mensch, der durch Denken und Sprache soziale Strukturen entwickelt. Diese Entwicklung der Gesellschaft verstand Joseph Beuys als einen kontinuierlichen kreativen Prozess. Die Aufgabe der Kunst sei es, dem Menschen diesen Prozess bewusst zu machen.“ -Über Joseph Beuys Soziale Plastik

„Das Sein ist es… Wir fassen zusammen und sagen, das Sein ist an sich… Das Sein ist, was es ist… Ungeschaffen, ohne Seinsgrund, ohne irgendeine Beziehung zu einem anderen Sein, ist das An-sich-Sein überzählig für alle Ewigkeit.“ -aus „Das Sein und das Nichts“ von J.P. Sartre